Struga

Die Kleinstadt Struga befindet sich im Südwesten Mazedoniens, wenige Kilometer von der Grenze zu Albanien entfernt. Der Flusslauf des Schwarzen Drin teilt Struga in einen östlichen und einen westlichen Teil. Die 16 500 Einwohner zählende Ortschaft wird auch “Stadt der Brücken” genannt. Fünf Brücken überspannen im Stadtgebiet den Flusslauf des Drin. Westlich des Stadtgebietes ragen die bis zu 2 257 Meter ansteigenden Bergketten des Jablanica Gebirges auf. Im Norden erhebt sich das Sar Planina-Korab-Massiv. Die Stadt am Ufer des Ohridsees grenzt an die Gemeinden Zagracani, Kalista und Mislesevo. In Struga herrscht mediterranes Kontinentalklima vor. Es überwiegen heiße, trockene Sommer und kalte, schneereiche Winter. Die Stadt besitzt eine große Bedeutung für den Tourismus in Mazedonien. Am östlich der Innenstadt gelegenen Flughafen werden jährlich 30 000 Passagiere abgefertigt.

Die Besiedlung Strugas lässt sich bis in das Jahr 3 000 v. Chr. zurückverfolgen. Nachgewiesen werden konnte eine Pfahlbausiedlung am Ohridsee. Unter den Illyrern entwickelte sich die Siedlung zur Stadt und wurde Teil des Antiken Makedonien. Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde das Gebiet von den Römern erobert. Im Zuge der Christianisierung im 3. Jahrhundert v. Chr. wurden zahlreiche Tempelbauten zerstört und heute zum Großteil dem Verfall preisgegebene Basiliken erbaut. Unter dem Namen Struga fand die Stadt erstmals im 11. Jahrhundert Erwähnung. Ende des 14. Jahrhunderts geriet Struga unter Osmanische Herrschaft. Mitte des 17. Jahrhunderts bestand die Stadt aus mehr als 300 massiven Ziegelbauten. Nach dem 1. Balkankrieg beendeten die Serben die Jahrhunderte lange Herrschaft der Osmanen. Nach dem II. Weltkrieg wurde Struga Teil des sozialistischen Jugoslawien. Im September 1991 erklärte Mazedonien seine Unabhängigkeit. In Struga findet sich ein lebendiger Mix der Kulturen. Türken, Roma, Albaner und Mazedonier bestimmen das Bild. Diese Vielfalt spiegelt sich auch in den Sakralbauten der Stadt wider. In der Innenstadt thront die im 16. Jahrhundert erbaute Große Moschee. Die Halveti-Hayari-Tekke gilt als Zentrum des Derwisch-Ordens. Christen begegnen sich in der Kirche des heiligen Georg. In der Altstadt überwiegen die für Mazedonien typischen zweistöckigen Wohnbauten. Im Zuge steigender Touristenzahlen entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Hotels, Appartements, Bars und Cafés. Westlich des Stadtzentrums befindet sich mit dem Großen Markt einer der stimmungsvollsten Basare der Region. Bauern aus den benachbarten Dörfern bieten ihre Produkte zum Verkauf an. Kontraste im Stadtbild setzt das zum Großteil von Arabern errichtete Villenviertel, wo sich auch zahlreiche Apartments für Sommergäste befinden.
Struga verfügt über einen prall gefüllten Eventkalender. Seit 1962 ist die Stadt Austragungsort des Abends der Poesie. An sechs Tagen lädt eines der ältesten Lyrikfestivals der Welt Poeten zu Begegnungen und Gedankenaustauschen ein. Seit 1992 zieht jährlich ein albanisches Folkfestival Besucher in seinen Bann. Auch das Trachtenfestival am Ufer des Drins ist gut besucht.
Naturinteressierte können zu Wanderungen in das Jablanica Gebirge aufbrechen. An den Berghängen gedeihen hervorragende Weine. Auf Wanderungen zum Schwarzen Stein lassen sich Steinböcke, Luchse oder Braunbären aus nächster Nähe beobachten. Der Tourismus in Struga konzentriert sich am Ohridsee. Das 290 Meter tiefe Gewässer zählt zu den tiefsten und ältesten Seen der Erde. Am See finden sich ein Strandbad und eine viel besuchte Seepromenade.