Bitola

Im südwestlichen Teil Mazedonien, am Fluß Dragor; liegt die schöne und interessante Stadt Bitola. Hier siedelten schon in der Antike die Illyrer, ein Volksstamm, der schon in den griechischen Sagen beschrieben wird. Heute ist Bitola die drittgrößte Stadt Mazedoniens mit mehr als 85 000 Einwohnern. Als wichtiges Industrie- und Handelszentrum bildet sie außerdem den Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde. Außerdem ist sie, durch die Universität “Sv. Kliment Ohridski”, ein wichtiger Bildungsstandort in Mazedonien. Die Universität ist die zweitgrößte des Landes und hat ihren Hauptsitz in Bitola.

Heute leben in Bitola überwiegend slawischen Mazedonier, aber auch Albaner und einige Roma sowie Türken. Weniger als 2 % der Bevölkerung sind übrigens Aromunen, eine eigenständige ethnische Gruppe mit wahrscheinlich griechisch-rumänischer Herkunft.
Schon zurzeit des Osmanischen Reiches war Bitola eine wichtige Handelsstadt. Damals gab es hier mehr als 60 Moscheen. Davon haben aber nur sechs den Lauf der Zeit überlebt. Die ältesten Gebäude der Stadt befinden sich in der zentralen Einkaufsstraße. Der Sirok Sokak ist die beliebte Flaniermeile von Bitola. Die historischen Bauten der Innenstadt, erzählen wie Besistan, der überdachte Markt, vom vergangenen Glanz osmanischer Herrschaft. In Bitola findet man aber auch mehrere orthodoxe und eine katholische Kirche. Als Wahrzeichen der Stadt dient Sahat-Kula, der 30 Meter hohe quadratische Uhrturm aus dem 16. Jahrhundert.

Nicht weit von Bitola, am Fuße des Bab-Gebirges, liegt die Fundstätte der antiken Stadt Heracleia Lyncestis. Diese bedeutende Ausgrabungsstätte datiert ihre Funde auf das 4. Jahrhundert vor Christi und war zu römischer Zeit eine wichtige Station an der via Egnatia, die die Adriaküste mit dem Bosporus verband. Viele der interessanten Funde aus Herakleia werden im Museum von Bitola ausgestellt.

Skopje, die Hauptstadt Mazedoniens liegt 169 km weiter nördlich von Bitola. Ohrid, die nächste Stadt mit einem Flughafen, ist dagegen nur 70 km weit entfernt. Westlich von Bitola, nur ca. 15 km entfernt, befindet sich der Gebirgszug Baba mit dem 2601 m hohen Bergmassiv Pelister. Ein Teil dieses beeindruckenden Gebirges wurde schon 1948 zum Nationalpark erklärt.
In Bitola wird die beliebte Mineralwasserquelle Pelisterka abgefüllt, die im ganzen Land erhältlich ist. Nördlich der Stadt befindet sich die größte Talsperre Mazedoniens. Sie versorgt die Umgebung mit Trinkwasser. In Bitola steht auch eine der ältesten Brauereien des Landes, Bitolska Pivara.

In Bitola haben schon seit etlichen Jahren verschiedene Kulturveranstaltungen eine feste Tradition. Das Highlight der Events ist das jährlich stattfindende Brothers Manaki international Film Festival. Es findet zu Ehren der Bitoler Brüder Manaki statt, die vor dem Ersten Weltkrieg zu den Filmpionieren des Balkans gehörten. Eines der bekanntesten Festivals der klassischen Musik ist Interfest Bitola. Außerdem findet in Bitola regelmäßig das Ilindenski Denovi statt. Im Festival der Volkstänze und Lieder treten nicht nur Folkloregruppen aus ganz Mazedonien auf, sondern auch Künstler aus vielen anderen Staaten.