Seen und Flüsse

Mazedonien hat über 50 kleinere und grössere Seen und zahlreiche Flüsse, die das Land durchziehen, von denen aber leider keiner schiffbar ist. Der Vadar ist der längste Fluss Mazedoniens und teilt das Land auf einer Länge von 300 km in zwei nahezu gleich grosse Hälften. Der insgesamt fast 400 km lange Vadar entspringt auf mazedonischer Seite im Sar Planina Gebirge und mündet in Griechenland in unmittelbarer Nähe der griechischen Stadt Thessaloniki in das Ägäische Meer. In Griechenland trägt der Vadar-Fluss den Namen Axios. Auf seinem Weg durch Mazedonien bilden die Flüsse Treska, Crn Reka und Pcinja Zuflüsse des Vardar und münden mit ihm in der Ägäis. Der Treska wird bereits seit 1937 durch den Bau eines Staudammes für die Stromgewinnung der mazedonischen Hauptstadt Skopje genutzt wird und speisst den landschaftlich wunderschön gelegenen Matka-Stausee.
Mazedoniens grösste Seen liegen im Süden des Landes und reichen bis auf das Territorium der Nachbarländer Albanien und Griechenland. Der grösste und älteste mazedonische See ist der Ohrid-See, der aufgrund seiner Fläche von 350 qkm auch das „Mazedonische Meer“ genannt wird und zu den beliebtesten Touristenzielen in Mazedonien zählt. Er liegt mit einem Viertel seiner Gesamtfläche auf albanischem Boden. Der Ohrid-See wurde von der UNESCO zum schützenswerten Weltnaturerbe erklärt, da dort noch Tierarten (u.a. die Ohrid-Forelle und Wasserschnecken) heimisch sind, die nirgendwo sonst einen Lebensraum haben. Die Ohrid-Forelle steht unter Artenschutz und darf seit 2004 nicht mehr gefischt werden. Im Ohrid-See leben ca. 14 Fischarten, unter anderem diverse Weissfische, Karpfen und Aale. Mit einer Tiefe von 300 m ist der Ohrid-See der tiefste See auf dem Balkan und der einzige, auf dem auch grössere Boote fahren können.

Der Prespa-See umfasst eine Fläche von rund 270 qkm und befindet sich überwiegend auf mazedonischem Boden (190 qkm). Die restliche Fläche des nur 54 m tiefen Prespa-Sees teilen sich Albanien und Griechenland. Der Prespa-See liegt eingebettet in eine malerische Bergkulisse und ist der einzige mazedonische See, in dem mehrere kleinere Inseln liegen. Mazedonien, Albanien und Griechenland haben zum Schutz der am Prespa-See lebenden, zahlreichen Vogelarten und des reichen Fischbestands das gesamte Gebiet um den See zum gemeinschaftlichen Naturschutzgebiet erklärt.
Der Dojran-See ist mit einer Fläche von gut 43 qkm relativ klein und hat nur eine geringe Durchschnittstiefe von maximal 10 m. Er liegt zu fast gleichen Teilen seiner Fläche auf mazedonischem und griechischem Gebiet. Der beliebte Badesee wurde viele Jahre als Versorgungsgewässer für die umliegende Landwirtschaft genutzt, was zu einem rapiden Absinken des Wasserspiegels und schwerer Verschmutzung führte, was eine starke Bedrohung für das ökologische Gleichgewicht des Sees darstellte. Mazedonien und Griechenland entwickelten gemeinsam den Bau eines Rohrleitungssystem, um dem fischreichen Dojran-See das Schmelzwasser von den umliegenden Bergen zuzuführen und damit sowohl die Wassermenge als auch die Wasserqualität zu stabilisieren. Grundsätzlich besteht in allen mazedonischen Seen das Problem der Verschmutzung durch eingeleitete Abwasser und den Rückfluss von Düngemitteln aus der Landwirtschaft, die über das Grundwasser wieder in die Seen gelangen. Der mazedonische Staat ist im Hinblick auf den Beitritt zur EU und einem verstärkten wirtschaftlichen und touristischen Interesses seitens der anderen Mitgliedsstaaten an Mazedonien sehr um eine Verbesserung der Umweltverschmutzung bemüht und beteiligt sich an Gemeinschaftsprojekten mit ausländischen ökologisch orientierten Organisationen, um langfristige Lösungen für die Umweltprobleme in Mazedonien zu finden.